Website-Briefing: Diese Angaben braucht eine Agentur
Was ein Briefing leisten muss
Eine Agentur kann Ihnen erst dann ein belastbares Angebot machen, wenn sie weiß, was am Ende funktionieren soll. Dafür genügen sechs Angaben: das Ziel der Website, die Zielgruppe, der Bestand an Inhalten und Technik, Wettbewerber und Vorbilder, der Budgetrahmen und der Zeitplan mit Ansprechpartnern. Alles andere lässt sich im Gespräch klären. Ein Briefing muss kein langes Dokument sein. Zwei bis drei Seiten, ehrlich ausgefüllt, sparen oft mehrere Wochen Abstimmung.
Der häufigste Fehler ist ein Briefing, das nur beschreibt, wie die Seite aussehen soll („modern, clean, hell“). Das sagt wenig darüber, ob die Seite Anfragen bringt. Beginnen Sie deshalb mit dem Geschäft, nicht mit dem Design.
1. Ziel: Was soll die Website bewirken?
Nennen Sie ein bis maximal drei Ziele, in dieser Reihenfolge der Wichtigkeit. Gut formulierte Ziele sind überprüfbar:
- „Mehr Anfragen über das Kontaktformular für Badsanierungen“
- „Online Termine buchbar machen, damit weniger Anrufe in der Praxis ankommen“
- „Unsere Leistungen so erklären, dass Bewerber und Kunden uns ernst nehmen“
Schreiben Sie dazu, woran Sie später merken, dass es geklappt hat. Das kann eine Zahl sein, etwa Anfragen pro Monat, muss es aber nicht. Wenn Sie heute noch keinen Wert kennen, notieren Sie den Ist-Zustand: Wie viele Anfragen kommen derzeit, und über welchen Weg?
2. Zielgruppe: Wer soll was tun?
Beschreiben Sie Ihre wichtigsten ein bis drei Kundentypen konkret. Nicht „Menschen zwischen 25 und 60“, sondern: „Hausbesitzer im Raum Stuttgart, die ein Bad erneuern wollen und vorher zwei bis drei Betriebe vergleichen“. Ergänzen Sie, womit diese Menschen suchen, was sie vor dem Kauf wissen wollen und was sie zögern lässt. Diese Angaben sind für Struktur und Texte wertvoller als jede Farbvorgabe. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie drei bis fünf Ihrer besten Kunden, wie sie auf Sie gekommen sind und was ihnen vor der Entscheidung gefehlt hat.
3. Bestand: Was gibt es schon?
Hier geht es um Inhalte und Technik. Klären Sie vorab:
- Gibt es eine bestehende Website? Adresse, System (falls bekannt), wer hat Zugang zu Domain und Hosting?
- Welche Texte, Logos und Bilder liegen vor, und in welcher Qualität?
- Gibt es ein Corporate Design mit Schriften und Farben? Wenn nicht, ist das ein eigener Baustein, siehe Was zu einem Corporate Design gehört.
- Welche Zusatzfunktionen sind nötig: Terminbuchung, Shop, Mehrsprachigkeit, Anbindung an Warenwirtschaft?
Besonders wichtig bei einer bestehenden Seite: Sagen Sie, wenn sie Besucher über Google erhält. Dann gehört ein sauberer Umzug dazu, damit Platzierungen nicht verloren gehen. Wie das abläuft, erklärt Website-Relaunch ohne Ranking-Verlust.
4. Wettbewerb und Vorbilder
Nennen Sie drei bis fünf Websites, die Ihnen gefallen, und drei, die Sie nicht mögen, jeweils mit einem Satz Begründung. Wichtig ist das „Warum“: „Die Preise sind sofort zu finden“ ist nützlich, „sieht schick aus“ nicht. Nennen Sie außerdem Ihre direkten Wettbewerber vor Ort oder in Ihrer Branche. Die Agentur sieht dann, womit Besucher Sie vergleichen, und kann herausarbeiten, was Sie unterscheidet.
5. Budget: Warum ein Rahmen hilft
Viele Auftraggeber scheuen sich, eine Summe zu nennen, aus Sorge, dass sie dann ausgereizt wird. Ohne Rahmen muss die Agentur raten, und Sie erhalten Angebote, die sich kaum vergleichen lassen. Ein Rahmen wie „3.000 bis 5.000 €“ reicht völlig. Die Agentur kann dann sagen, was darin machbar ist und was nicht. Eine Orientierung zu typischen Preisen finden Sie in Was kostet eine Website?. Vergessen Sie auch laufende Kosten nicht: Hosting, Domain, Pflege und Updates.
6. Zeitplan und Zuständigkeiten
Nennen Sie einen Wunschtermin und den Grund dafür (Eröffnung, Saisonstart, auslaufender Vertrag). Ein Termin ohne Grund ist verhandelbar, einer mit Grund wird ernst genommen. Benennen Sie außerdem eine Person, die Entscheidungen trifft und Feedback bündelt. Projekte verzögern sich selten durch die Technik, sondern durch widersprüchliche Rückmeldungen von mehreren Personen und durch Texte, die zu spät kommen.
Kurze Checkliste zum Ausfüllen
| Punkt | Ihre Antwort |
|---|---|
| Ziel Nr. 1 und woran Sie es messen | |
| Wichtigster Kundentyp, sein Anliegen | |
| Bestehende Adresse, Zugänge, Inhalte | |
| Drei Vorbilder mit Begründung | |
| Budgetrahmen | |
| Wunschtermin und Entscheider |
Wenn Sie nicht alles beantworten können
Das ist normal. Markieren Sie offene Punkte mit „unklar“. Eine gute Agentur klärt sie mit Ihnen im Erstgespräch, statt sie zu überspielen. Wenn Sie das Briefing gemeinsam durchgehen möchten, erreichen Sie uns über die Kontaktseite; wie wir bei Websites vorgehen, steht unter Webdesign.
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