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WordPress, Baukasten oder individuell: die richtige Technik wählen

WordPress, Baukasten oder individuelle Entwicklung: Vor- und Nachteile, Kosten im Betrieb und eine Entscheidungshilfe für Ihre Unternehmenswebsite.

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CMS und Technik: Was ist das genau?

Hinter jeder Website steckt eine technische Entscheidung: Wie werden Inhalte gespeichert, wer darf sie ändern, wie wird die Seite ausgeliefert? Drei Grundmodelle haben sich durchgesetzt. Baukästen sind Komplettangebote, bei denen Gestaltung, Hosting und Bearbeitung in einem Konto liegen. Content-Management-Systeme wie WordPress laufen auf Ihrem Hosting und bieten eine Bearbeitungsoberfläche, Themes und Erweiterungen. Statisch erzeugte Seiten werden aus Quelldateien fertig gebaut und als einfache Dateien ausgeliefert.

Dazu kommt die individuelle Entwicklung, bei der ein System genau auf Ihre Abläufe zugeschnitten wird, etwa ein Kundenportal oder ein Konfigurator. Sie ist die flexibelste und zugleich die teuerste Wahl, weil jede spätere Änderung Entwicklerarbeit bedeutet.

Keine dieser Optionen ist grundsätzlich gut oder schlecht. Entscheidend sind vier Fragen: Wie oft ändern sich Inhalte, und wer macht das? Welche Funktionen braucht die Seite, die über Texte und Bilder hinausgehen? Welche Pflege wollen und können Sie leisten? Wie wichtig sind Geschwindigkeit und Datenschutz? Mit den Antworten ist die Wahl meist schnell eingegrenzt.

Hintergrund

CMS und Technik: Warum es wichtig ist.

Die Technik wird gewählt, bevor sie sichtbar ist, und sie lässt sich später nur mit Aufwand wechseln. Wer sich vom Angebot leiten lässt, das am günstigsten klingt, bezahlt oft in Pflege, Einschränkungen oder Umzugskosten.

Mythos: „WordPress ist immer die richtige Wahl, weil es alle nutzen.“ Fakt: WordPress ist verbreitet und flexibel, bringt aber Pflichten mit, nämlich Updates, Erweiterungen und Sicherheit. Für eine Seite mit zehn Unterseiten, die sich selten ändert, kann eine schlankere Lösung weniger Arbeit machen.

Beispiel (fiktiv): Ein Steuerbüro mit sieben Seiten und einem Kontaktformular braucht keinen Shop, keine Benutzerkonten und keine tägliche Redaktion. Eine statisch erzeugte Seite ist schnell, kaum angreifbar und fast wartungsfrei. Ein Verlag mit täglich neuen Artikeln und mehreren Redakteuren braucht dagegen ein System mit Rollen und Redaktionsablauf.

Überblick

CMS und Technik: Bausteine und Varianten.

Baukasten

Schneller Start, geringe technische Hürde, feste Vorlagen. Grenzen bei Individualisierung, Ladezeit und Datenhoheit.

WordPress und andere CMS

Große Auswahl an Themes und Erweiterungen, gute Bearbeitung durch Laien. Verlangt regelmäßige Updates und Aufmerksamkeit für Sicherheit.

Statisch erzeugte Seite

Sehr schnell, kaum angreifbar, wenig Wartung. Inhalte werden über Quelldateien oder ein schlankes Redaktionswerkzeug gepflegt.

Headless und moderne Frameworks

Inhalt und Darstellung getrennt. Sinnvoll bei großen Projekten und mehreren Ausspielkanälen, für kleine Seiten meist überdimensioniert.

Individuelle Entwicklung

Maßgeschneidert für besondere Abläufe. Höchste Freiheit, höchste laufende Verantwortung.

Shop-Systeme

Spezialisierte Lösungen für Sortiment, Warenkorb und Zahlungen. Die Auswahl hängt von Größe und Anbindung ab, Details unter Online-Shops.

Die vier Wege im direkten Vergleich

Die folgende Tabelle ordnet die gängigen Wege nach den Kriterien, die im Alltag zählen. Sie zeigt Tendenzen: Im Einzelfall hängt viel von der konkreten Umsetzung ab, und innerhalb jeder Gruppe gibt es große Unterschiede.

KriteriumBaukastenWordPress (CMS)Statisch erzeugtIndividuell
StartSehr schnell, wenig Vorwissen nötigSchnell mit passendem Theme, Einrichtung braucht ErfahrungMittel, Aufbau und Vorlagen müssen entstehenLangsam, alles wird geplant und gebaut
Eigene BearbeitungEinfach im BrowserGut, bekannte OberflächeÜber Textdateien oder angebundenes RedaktionswerkzeugNach Bedarf, muss mitgebaut werden
GestaltungsfreiheitBegrenzt durch VorlagenHoch, abhängig von Theme und BuilderSehr hochUnbegrenzt
GeschwindigkeitMittel, oft viele FremdskripteSehr unterschiedlich, braucht OptimierungMeist sehr gutAbhängig von der Umsetzung
Sicherheit und PflegeAnbieter pflegt das System, Sie die InhalteUpdates für Kern und Erweiterungen nötigGeringe Angriffsfläche, wenig PflegePflege durch Entwickler nötig
Datenhoheit und WechselOft eingeschränkter Export, Bindung an AnbieterGut, Inhalte lassen sich exportierenSehr gut, Dateien gehören IhnenGut, wenn Code und Dokumentation übergeben werden
Laufende KostenMonatliche Gebühr, Erweiterungen kosten extraHosting plus Pflege, Lizenzen für ZusatzprodukteHosting, gegebenenfalls RedaktionswerkzeugHosting plus Entwicklerzeit für Änderungen
Geeignet fürKleine, einfache Auftritte mit seltenen ÄnderungenSeiten mit regelmäßigen Inhalten und RedaktionUnternehmensseiten mit klarer Struktur und Wunsch nach TempoBesondere Abläufe, Portale, Konfiguratoren

Lesen Sie die Tabelle nicht als Rangliste. „Besser“ gibt es nur im Verhältnis zu Ihren Anforderungen: Wer nie etwas ändert, braucht kein Redaktionssystem; wer täglich publiziert, braucht eines.

Entscheidungsbaum: Welcher Weg passt zu Ihnen?

Beantworten Sie die Fragen der Reihe nach. Wo eine Antwort die Wahl klar eingrenzt, ist das vermerkt. Das Ergebnis ist eine Richtung, keine Verpflichtung; die endgültige Entscheidung treffen Sie nach einer Beratung.

  1. Soll die Seite besondere Funktionen haben, die über Texte, Bilder und Formulare hinausgehen (Kundenkonto, Konfigurator, Buchung mit Zahlung, Schnittstellen)? Ja: Schauen Sie auf Shop-Systeme oder individuelle Entwicklung. Nein: weiter.
  2. Ändern sich Inhalte mehrmals pro Woche, oder arbeiten mehrere Personen an Inhalten? Ja: Ein Redaktionssystem wie WordPress ist sinnvoll. Nein: weiter.
  3. Wollen Sie Inhalte selbst ändern, auch ohne Technikkenntnisse? Ja: Baukasten oder WordPress, alternativ statisch mit einfachem Redaktionswerkzeug. Nein: statisch mit Pflege durch den Dienstleister ist eine gute Wahl.
  4. Ist Ihnen Geschwindigkeit, wenig Angriffsfläche und geringer Pflegeaufwand besonders wichtig? Ja: statisch erzeugt. Nein: weiter.
  5. Haben Sie wenig Budget und brauchen schnell einen einfachen Auftritt? Ja: Baukasten, mit Blick auf Datenschutz und Exportmöglichkeiten. Nein: weiter.
  6. Sind Sie bereit, Updates und Sicherheit zu betreuen oder betreuen zu lassen? Ja: WordPress ist möglich. Nein: Baukasten oder statische Seite.
  7. Muss die Seite über Jahre ohne Anbieterbindung weiterlaufen? Ja: Systeme mit Export und eigenem Hosting (WordPress, statisch, individuell) bevorzugen.

Wenn nach den sieben Fragen zwei Wege übrig bleiben, entscheidet die Gesamtrechnung über drei Jahre (siehe weiter unten). Wenn mehrere Fragen mit „weiß nicht“ beantwortet werden, sollten Sie zuerst die Anforderungen klären. Dabei hilft eine Seitenstruktur, die festhält, was Ihre Seite können muss.

Baukasten: Prüfliste vor dem Abschluss

Baukästen sind für viele ein legitimer Einstieg. Probleme entstehen selten am Anfang, sondern nach zwei, drei Jahren, wenn Anforderungen wachsen oder der Anbieter Konditionen ändert. Prüfen Sie deshalb vorab:

FrageWarum sie wichtig istWorauf Sie achten
Können Sie Inhalte exportieren?Der Wechsel zu einem anderen System ist sonst ein NeuaufbauExport von Texten, Bildern und Seitenstruktur in nutzbaren Formaten
Läuft die Domain auf Ihren Namen?Sonst hängt Ihre Adresse am AnbieterDomain extern registrieren oder Inhaberschaft klären
Welche Daten gehen an Dritte?Datenschutz: Schriften, Statistik, EinbettungenEinstellungen zu externen Diensten, Auftragsverarbeitungsvertrag
Wie schnell lädt die Seite mobil?Viele Baukästen laden viel Code mitMessung der Beispielseiten des Anbieters
Wie sind die Preise gestaffelt?Funktionen kosten oft extra, Preise ändern sichGesamtkosten mit allen benötigten Funktionen für drei Jahre
Ist die Barrierefreiheit der Vorlagen belegt?Bei einer BFSG-Pflicht sind Sie verantwortlichHinweise des Anbieters, eigene Stichproben
Wie kündigen Sie, und was passiert danach?Seite verschwindet mit der KündigungFrist, Format, Übergabe der Daten
Kann der Code angepasst werden?Für Besonderheiten brauchen Sie SpielraumZugriff auf eigene Stilregeln und Einbindungen

Ein Baukasten ist besonders sinnvoll, wenn die Seite klein bleibt, selten geändert wird und der monatliche Betrag ein bewusst eingeplanter Teil der Kosten ist. Er ist weniger sinnvoll, wenn Sie wachsen wollen, besondere Funktionen brauchen oder Wert auf Unabhängigkeit legen.

WordPress verstehen: Aufbau, Pflichten, Auswahl von Erweiterungen

WordPress besteht aus vier Teilen: dem Kern (die Software selbst), dem Theme (Gestaltung), den Plug-ins (Zusatzfunktionen) und der Datenbank (Inhalte, Einstellungen). Alle vier müssen zusammenpassen und gepflegt werden. Die große Auswahl ist Stärke und Risiko zugleich: Jede Erweiterung kann die Seite verlangsamen, mit anderen kollidieren oder eine Lücke enthalten.

Sechs Fragen vor jedem Plug-in

  1. Brauche ich die Funktion wirklich, oder genügt eine kleine Anpassung im Theme?
  2. Wird das Plug-in aktiv gepflegt (letztes Update, Kompatibilität mit der aktuellen Version)?
  3. Wie viele Seiten nutzen es, und wie verbreitet ist es? Sehr seltene Plug-ins sind riskanter.
  4. Lädt es Skripte von fremden Servern, und ist das datenschutzrechtlich vertretbar?
  5. Was kostet die Lizenz langfristig, und was passiert, wenn der Hersteller aufgibt?
  6. Wie lässt sich die Funktion entfernen, ohne Inhalte zu verlieren?

Theme und Seitenbaukasten

Viele Themes werden mit Seitenbaukästen (Page Builder) ausgeliefert, mit denen sich Seiten per Maus gestalten lassen. Das beschleunigt den Start, erzeugt aber oft viel Code und bindet Inhalte an das Werkzeug. Alternativ nutzt man den Standard-Editor von WordPress mit einem schlanken, eigens entwickelten Theme. Das ist schneller und unabhängiger, verlangt aber mehr Entwicklungsarbeit am Anfang.

Pflichten im Betrieb

  • Kern, Theme und Plug-ins aktuell halten, mit Sicherung vorher und Test.
  • Nicht benötigte Plug-ins und Themes löschen, nicht nur deaktivieren.
  • Benutzer mit minimalen Rechten, Zwei-Faktor-Anmeldung für Administratoren.
  • Auf Datenbank und Mediathek achten: Alte Versionen und ungenutzte Bilder bereinigen.
  • Hosting wählen, das aktuelle PHP-Versionen und Zwischenspeicher bietet.

Dazu passt die Seite Website-Wartung, die den Betrieb im Detail beschreibt.

Statisch erzeugte Seiten und moderne Frameworks

Eine statische Seite besteht aus fertigen Dateien. Beim „Bauen“ werden aus Vorlagen und Inhalten alle Seiten in einem Durchgang erzeugt und dann auf den Server gelegt. Besucher bekommen die Datei einfach ausgeliefert, ohne dass eine Datenbank oder ein Programm rechnen muss. Das macht die Seite schnell, robust und schwer angreifbar. Auch diese Website ist so aufgebaut.

Inhalte lassen sich auf verschiedenen Wegen pflegen: als Textdateien, über ein Redaktionswerkzeug mit Browser-Oberfläche (ein sogenanntes Headless-CMS) oder durch den Dienstleister. Funktionen, die Serverlogik brauchen, etwa Formulare, werden über kleine ergänzende Programme oder Dienste gelöst. Wichtig ist, dabei Datenschutz und Zustellsicherheit zu beachten.

FrageAntwort für statische Seiten
Kann ich selbst Texte ändern?Ja, wenn ein einfaches Redaktionswerkzeug eingerichtet wird. Alternativ als Auftrag an den Dienstleister
Wie funktioniert ein Kontaktformular?Über ein kleines Serverprogramm oder einen Dienst, der die Nachricht zustellt; Spam-Schutz und Datenschutzangaben gehören dazu
Was passiert bei hohem Besucherandrang?Fertige Dateien lassen sich leicht verteilen und verkraften viel Last
Wie aufwendig sind Änderungen am Aufbau?Wie bei jeder Entwicklung: Mit einer sauberen Vorlagenstruktur sind sie überschaubar
Brauche ich Programmierkenntnisse?Für die Pflege der Inhalte nicht, wenn das Werkzeug passt; für den Aufbau ja
Was bei Suchfunktion oder Kundenkonto?Dafür sind externe Dienste oder zusätzliche Programme nötig; ab einer gewissen Komplexität spricht das für ein anderes System

Moderne Frameworks gehen einen Schritt weiter: Sie bauen Seiten mit Komponenten und liefern interaktive Teile erst bei Bedarf aus. Für große Projekte kann das lohnend sein; für eine Visitenkarten-Seite ist es meist mehr Aufwand als Nutzen.

Individuelle Entwicklung: wann, und worauf Sie achten sollten

Individuelle Entwicklung heißt, dass Funktionen genau nach Ihren Abläufen programmiert werden. Sie lohnt sich, wenn es keine Standardlösung gibt oder wenn Abläufe so besonders sind, dass jede Anpassung eines Standards teurer wäre als ein Neubau. Typische Anlässe sind Portale für Kunden, Konfiguratoren, Buchungssysteme mit eigenen Regeln und Anbindungen an interne Systeme.

Risiken und wie man sie begrenzt

  • Abhängigkeit von einer Person oder Firma. Verlangen Sie Dokumentation, Zugang zum Quellcode, ein Übergabekonzept und Zugänge auf Ihren Namen.
  • Eigentum und Nutzungsrechte. Klären Sie im Vertrag, wem der Code gehört, ob Sie ihn ändern oder weitergeben dürfen und was für eingesetzte Fremdbibliotheken gilt.
  • Wartung. Individuelle Software braucht Updates und Sicherheitspflege wie jede andere. Legen Sie fest, wer das macht und was es kostet.
  • Wachsende Wunschliste. Ohne klaren Umfang wachsen Projekte schleichend. Teilen Sie in Etappen und bewerten Sie jeden Schritt für sich.
  • Tests. Verlangen Sie automatische oder zumindest dokumentierte manuelle Tests für wichtige Abläufe.

Fragen Sie sich ehrlich, ob ein Standardsystem mit kleinen Anpassungen genügt. Meist ist es günstiger, Abläufe leicht an eine bewährte Lösung anzupassen als umgekehrt. Manchmal ist es das nicht, und dann ist Individualität richtig.

Gesamtkosten über drei Jahre: so rechnen Sie

Der Startpreis ist nur ein Teil. Vergleichen Sie Wege über einen festen Zeitraum, am besten drei Jahre, und rechnen Sie jede Position. Das folgende Schema gilt für jeden Weg. Die Zahlen im Beispiel danach sind frei gewählt, um die Methode zu zeigen.

PositionFrage
Einmalig: Konzept und GestaltungWas kostet der Aufbau, einschließlich Texten und Bildern?
Einmalig: Einrichtung und StartDomain, Hosting, Zertifikat, Migration von Inhalten
Laufend: Lizenzen und HostingMonatliche oder jährliche Beträge für Baukasten, Plug-ins, Server
Laufend: Wartung und SicherheitEigene Zeit oder Dienstleister, je nach Rhythmus
Laufend: Änderungen und PflegeWie oft ändert sich etwas, wer führt es aus?
Risiko: Ausfall und ReparaturWas kostet ein Ausfall oder ein Angriff, und welche Vorsorge ist eingerechnet?
Risiko: Wechsel nach Ende der LaufzeitWie hoch ist der Aufwand für einen späteren Umzug?

Rechenbeispiel mit frei gewählten Zahlen

Angenommen, ein Baukasten kostet 30 € im Monat. Über 36 Monate sind das 1.080 €, dazu Gestaltung und Texte als einmaliger Aufwand. Eine statisch erzeugte Seite verursacht im Betrieb vielleicht 8 € Hosting im Monat, dafür kostet jede Änderung durch den Dienstleister eine halbe Stunde Arbeit. Bei zwölf Änderungen im Jahr kommen sechs Stunden hinzu.

Ob der Baukasten günstiger ist, hängt vom Stundensatz, von der Zahl der Änderungen und vom Gestaltungsaufwand ab. Das Beispiel soll nur zeigen: Wer nur die Monatsgebühr vergleicht, übersieht Posten.

Wir rechnen Ihnen die Varianten gern auf Basis Ihrer Zahlen durch. Die Systematik, nach der wir kalkulieren, steht unter So kalkulieren wir.

Drei Betriebe, drei Entscheidungen (fiktive Beispiele)

Betrieb A: Dachdeckerei mit fünf Mitarbeitern

Anforderungen: sieben Seiten, ein Formular, selten Änderungen, mobile Besucher, Wunsch nach schnellem Laden. Pflegewunsch: gering, Änderungen ein- bis zweimal im Jahr.

Entscheidung: statisch erzeugte Seite mit Pflege durch den Dienstleister. Grund: wenig Pflegeaufwand, schnelle Seite, geringe Angriffsfläche.

Betrieb B: Fachverlag mit täglichem Blog

Anforderungen: tägliche Beiträge, drei Redakteure, Kommentare, Newsletter-Anbindung, Suchfunktion.

Entscheidung: WordPress mit schlankem Theme und sorgfältig gewählten Plug-ins, monatliche Wartung. Grund: Redaktionsablauf, Rollen, vorhandene Anbindungen.

Betrieb C: Maschinenbauer mit Konfigurator

Anforderungen: Kunden stellen Maschinen zusammen, Preise ergeben sich aus Regeln, Schnittstelle zum Warenwirtschaftssystem.

Entscheidung: individuelle Entwicklung für den Konfigurator, Unternehmensseite darum herum statisch oder mit CMS. Grund: Regeln und Anbindung sind nicht mit Standard lösbar.

Alle drei Entscheidungen folgen aus Anforderungen, nicht aus Vorliebe. Wer mit der Frage „Was soll die Seite können?“ beginnt, kommt meist schnell zu einer tragfähigen Wahl.

Umzug auf ein neues System: Checkliste

  1. Bestand aufnehmen: Alle Seiten, Bilder, Dokumente, Formulare, Weiterleitungen, Einbindungen von Dritten auflisten.
  2. Auswertung sichern: Besucherzahlen, wichtige Seiten, Rankings, Suchanfragen festhalten (Vorher-Wert).
  3. Inhalte neu ordnen: Was bleibt, was wird überarbeitet, was entfällt?
  4. Adressen festlegen: Jede alte Adresse bekommt eine neue oder eine Weiterleitung. Die Details stehen unter Relaunch und im Beitrag 301-Weiterleitungen.
  5. Testumgebung aufbauen: Neues System mit kopierten Inhalten, nicht für Suchmaschinen sichtbar.
  6. Funktionen prüfen: Formulare, Anmeldungen, Suche, Shop-Abläufe, E-Mail-Versand.
  7. Umschalten: Zu ruhiger Zeit, mit Rückweg bei Problemen.
  8. Nachkontrolle: Fehlerseiten, Weiterleitungen, Indexierung, Besuchszahlen über Wochen beobachten.

Je besser die Vorbereitung, desto weniger Besucher gehen verloren. Ein Umzug unter Zeitdruck ist die häufigste Quelle für Einbrüche bei der Auffindbarkeit.

Mythos gegen Fakt: Irrtümer bei der Technikwahl

MythosFakt
WordPress ist unsicherWordPress ist so sicher wie die Pflege. Veraltete Installationen mit vielen Plug-ins sind das Risiko, nicht das System an sich
Baukästen sind billigSie sind günstig im Einstieg. Über Jahre kommen Gebühren, Zusatzfunktionen und Bindung hinzu
Individuelle Programmierung ist immer besserSie ist nur dann besser, wenn Standards nicht passen. Sonst bedeutet sie mehr Aufwand und mehr Pflichten
Statische Seiten sind etwas für EntwicklerMit passender Pflegeform eignen sie sich für jedes Unternehmen, das selten ändert und Wert auf Tempo legt
Das System ist egal, Hauptsache die Seite sieht gut ausTechnik bestimmt Ladezeit, Sicherheit, Pflegekosten und Spielraum. Die Optik lässt sich in vielen Systemen erreichen, die Folgekosten unterscheiden sich stark
Mit dem richtigen Plug-in ist alles lösbarJedes Plug-in ist Zusatzlast und Zusatzrisiko. Weniger ist meist besser

Selbsttest: Passt Ihre Technik noch?

  1. Können Sie in unter fünf Minuten sagen, welches System Ihre Seite nutzt und in welcher Version?
  2. Wissen Sie, wer den Zugang zu Hosting, Domain und Verwaltungsbereich hat?
  3. Wann wurden zuletzt Updates eingespielt?
  4. Wie viele Erweiterungen sind installiert, wie viele davon benutzen Sie?
  5. Lädt die Seite mobil zügig? Messen Sie die Startseite in PageSpeed Insights.
  6. Würden Sie die Seite exportieren und mitnehmen können, wenn der Anbieter morgen die Preise verdoppelt?
  7. Gibt es Funktionen, die Sie vermissen und die das System nicht bietet?

Mehr als zwei Antworten mit „nein“ oder „weiß nicht“ sind ein Zeichen, dass die Technik Aufmerksamkeit braucht. Ein Gespräch über Alternativen kostet nichts; die Antwort kann auch lauten, dass alles bleiben kann, wie es ist.

Hosting-Arten im Überblick

ArtBeschreibungGeeignet fürHinweise
Webhosting (geteilt)Mehrere Kunden teilen sich einen ServerKleine bis mittlere Seiten mit mäßigem BesucheraufkommenGünstig, aber Leistung hängt von der Auslastung ab
Verwaltetes Hosting für ein SystemServer, auf ein System (zum Beispiel WordPress) abgestimmt, mit PflegeleistungenSeiten, die Wert auf Komfort legenWeniger Eigenaufwand, höhere Gebühr
Virtueller ServerEigener Server mit zugesicherten RessourcenGrößere Projekte, besondere SoftwareWartung und Sicherheit liegen bei Ihnen oder Ihrem Dienstleister
Statisches Hosting mit AuslieferungsnetzFertige Dateien werden weltweit verteiltStatische Seiten, schnelle AuslieferungDatenschutz- und Vertragsfragen beachten
Baukasten-HostingHosting ist im Baukasten-Paket enthaltenKleine Auftritte ohne technische BetreuungWenig Kontrolle, Bindung an den Anbieter

Wichtig ist weniger die Art als die Passung: Wie viel Besucher erwarten Sie, welche Software läuft darauf, wer pflegt den Server? Für die meisten Unternehmensseiten genügt ein solider Tarif bei einem Anbieter mit Sitz in der EU und guter Erreichbarkeit. Zur laufenden Pflege schauen Sie auf Website-Wartung.

Begriffe rund um Website-Technik

CMS
Content-Management-System: Software, mit der Inhalte im Browser gepflegt werden.
Theme
Gestaltungsvorlage eines CMS.
Plug-in
Erweiterung, die einem System eine Funktion hinzufügt.
Page Builder
Werkzeug zum Gestalten von Seiten per Maus, oft mit viel Zusatzcode.
Statischer Seitengenerator
Programm, das aus Vorlagen und Inhalten fertige Seiten erzeugt.
Headless CMS
Redaktionssystem, das nur Inhalte verwaltet und sie über eine Schnittstelle bereitstellt.
Hosting
Platz auf einem Server, auf dem die Website liegt.
API
Schnittstelle, über die Programme Daten austauschen.
Unsere Arbeit

CMS und Technik: Was wir für Sie tun.

Anforderungen aufnehmen

Wer pflegt welche Inhalte, wie oft, mit welchem Wissen? Welche Funktionen sind nötig, welche nur nett?

Optionen gegenüberstellen

Wir zeigen Ihnen zwei bis drei passende Wege mit Vor- und Nachteilen, Betriebskosten und Risiken.

Empfehlung begründen

Mit der Begründung, warum etwas nicht passt, nicht nur, warum etwas passt.

Umzug und Datenübernahme planen

Wenn Sie wechseln: welche Inhalte, Adressen und Daten mitgehen und wie die Weiterleitungen aussehen.

Unabhängigkeit sichern

Domain, Hosting und Zugänge auf Ihren Namen, Quellcode und Inhalte in Formaten, die man mitnehmen kann.

Qualität

CMS und Technik: Woran Sie gute Arbeit erkennen.

  • Die Wahl ist anhand Ihrer Anforderungen begründet, nicht nach Gewohnheit
  • Domain und Hosting laufen auf Ihren Namen
  • Sie können Ihre Inhalte exportieren und mitnehmen
  • Die laufenden Kosten sind für drei Jahre überschlagen
  • Es ist klar, wer Updates durchführt und wer im Notfall erreichbar ist
  • Die Zahl der Erweiterungen ist begrenzt, jede hat einen Zweck
  • Datenschutz und Ladezeit wurden bei der Auswahl berücksichtigt
  • Es gibt eine Dokumentation, wie die Seite aufgebaut ist
Kosten

CMS und Technik: Was es kostet.

Für die Einordnung zählen Startkosten und laufende Kosten zusammen. Projekte beginnen bei uns ab 2.500 €, üblich sind 5.000 € und mehr; ein Baukasten ist am Anfang günstiger, kann aber über die Jahre durch Gebühren und Einschränkungen teurer werden. Wir rechnen Ihnen die Varianten über einen Zeitraum von drei Jahren durch.

Die Rechnung dazu: So kalkulieren wir.

Das bestimmt den Preis

  • Lizenz- und Hosting-Gebühren pro Monat oder Jahr
  • Pflegeaufwand für Updates und Sicherheit
  • Aufwand für Änderungen durch Dritte
  • Kosten für Erweiterungen und Zusatzfunktionen
  • Aufwand bei einem späteren Wechsel

Das können Sie vorbereiten

  • Eine Liste der Funktionen, die Sie wirklich brauchen, getrennt von den „nice to have“
  • Wer Inhalte künftig ändern soll und wie oft
  • Bestehende Systeme, die angebunden werden sollen (Kasse, Terminbuchung, Warenwirtschaft)
  • Aktuelle Zugänge zu Domain und Hosting
  • Ihr Wunsch, wie viel Pflege Sie selbst übernehmen möchten
Stolpersteine

CMS und Technik: Häufige Fehler.

  • Technik nach Bekanntheit statt nach Anforderung wählen
  • Ein Baukasten-Tarif ohne Blick auf Exportmöglichkeiten und Datenschutz
  • Hundert Erweiterungen für Funktionen, die ein Satz Code erledigt
  • Hosting und Domain beim Dienstleister, ohne eigene Zugänge
  • Individuelle Entwicklung, obwohl ein Standard ausreicht
Häufige Fragen

Fragen zu CMS und Technik.

Was ist ein CMS?

Ein Content-Management-System ist eine Software, mit der Sie Texte und Bilder im Browser pflegen, ohne Programmierkenntnisse. WordPress ist das bekannteste, es gibt viele weitere.

Sind Baukästen schlecht?

Nein. Für kleine Auftritte können sie genügen. Prüfen Sie Datenschutz, Ladezeit, Exportmöglichkeiten und was passiert, wenn der Anbieter Preise ändert.

Wie hoch sind die Kosten im Betrieb?

Das unterscheidet sich stark: Baukasten und Hosting haben monatliche Gebühren, WordPress braucht Pflege, individuelle Lösungen brauchen Entwicklerzeit für Änderungen. Eine Rechnung über drei Jahre ist aussagekräftiger als der Preis zum Start.

Kann ich später von einem Baukasten wechseln?

Texte und Bilder lassen sich meist übernehmen, die Gestaltung und die Funktionen müssen neu gebaut werden. Planen Sie das wie einen Relaunch mit Weiterleitungen.

Ist ein statisches System für mich zu technisch?

Nicht, wenn wir die Pflege für Sie vereinbaren oder ein einfaches Bearbeitungswerkzeug einrichten. Für Seiten, die sich selten ändern, ist der Aufwand sehr gering.

Wo finde ich mehr zur Auswahl?

Im Beitrag WordPress oder individuell vergleichen wir die Wege ausführlich.

Wie lange hält ein System, bevor es ersetzt werden muss?

Gepflegte Systeme laufen viele Jahre. Probleme entstehen, wenn Hersteller Unterstützung beenden, Plug-ins veralten oder Anforderungen sich ändern. Planen Sie alle paar Jahre eine Bestandsprüfung ein.

Kann ich später zusätzliche Funktionen ergänzen, etwa einen Shop?

Meist ja, aber in unterschiedlichem Aufwand. Bei Baukästen sind Funktionen oft nur gegen Aufpreis oder gar nicht möglich, bei WordPress gibt es Erweiterungen, bei individuellen Lösungen wird neu gebaut. Mehr zum Thema Shop finden Sie auf der Seite Online-Shops.

Wer sollte Domain und Hosting besitzen?

Sie selbst oder Ihr Unternehmen, als Inhaber der Verträge. Dienstleister bekommen Zugang, aber nicht die Inhaberschaft.

Was bedeutet es, wenn ein Anbieter von „No Code“ spricht?

Gemeint sind Werkzeuge, mit denen sich Funktionen ohne Programmierung zusammenstellen lassen. Für einfache Abläufe funktioniert das gut. Bei besonderen Anforderungen, Datenschutzvorgaben oder Leistungsbedarf stoßen sie an Grenzen, und die Abhängigkeit vom Anbieter steigt.

Ist ein Wechsel des Systems eine Chance für einen Neustart bei den Inhalten?

Ja, und das sollten Sie nutzen. Ein Systemwechsel ist ein guter Zeitpunkt, Seiten zusammenzulegen, Veraltetes zu streichen und die Struktur zu schärfen. Planen Sie die Weiterleitungen sorgfältig ein.

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