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Responsive Design: erst fürs Handy, dann für den Rechner

Responsive Webdesign mit Mobile-First: Ihre Website funktioniert auf Handy, Tablet und Rechner gleich gut, lädt schnell und lässt sich bequem bedienen.

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Mobile Websites: Was ist das genau?

Responsive Webdesign bedeutet, dass eine einzige Website sich selbstständig an das Gerät anpasst: Auf dem Handy steht alles untereinander in einer Spalte, auf dem Tablet erscheinen zwei Spalten, auf dem Rechner mehr Platz und größere Bilder. Technisch regeln das flexible Raster und Bedingungen im Stylesheet, die ab bestimmten Bildschirmbreiten das Layout umstellen.

Mobile-First dreht die Arbeitsreihenfolge um. Die Handy-Ansicht ist der Ausgangspunkt, weil sie die strengsten Grenzen setzt: wenig Platz, langsamere Verbindung, Bedienung mit dem Finger. Wer dort alles Wesentliche unterbringt, hat auf größeren Bildschirmen leichtes Spiel. Umgekehrt muss man bei einer Desktop-Vorlage Inhalte mühsam herausstreichen.

Hinzu kommt ein Suchmaschinen-Aspekt: Google bewertet seit Jahren in erster Linie die mobile Fassung einer Seite. Was dort fehlt, zählt für die Indexierung nicht mit. Mehr dazu im Ratgeber zur Mobile-First-Indexierung und zur Erklärung Responsive Webdesign.

Hintergrund

Mobile Websites: Warum es wichtig ist.

Wer Ihre Seite am Handy öffnet, sitzt oft in der Bahn, wartet beim Arzt oder steht vor dem Laden und braucht schnell eine Adresse, eine Nummer oder einen Preis. Eine Seite, die nur am Rechner gut aussieht, verliert genau diese Besucher.

Mythos: „Mobil heißt, die Desktop-Seite einfach kleiner zu zeigen.“ Fakt: Eine verkleinerte Rechner-Ansicht erzwingt Zoomen und trifft mit dem Daumen daneben. Mobiles Design ordnet Inhalte neu an, kürzt, wo es sinnvoll ist, und vergrößert, was angetippt wird.

Beispiel (fiktiv): Ein Friseursalon zeigt auf dem Rechner drei Spalten mit Preisliste, Karte und Öffnungszeiten. Am Handy stehen die Öffnungszeiten ganz unten nach vierzehn Absätzen. Mobil gedacht stünden Telefonnummer, Öffnungszeiten und „Termin anfragen“ am Anfang, die Preisliste weiter unten als aufklappbare Liste.

Überblick

Mobile Websites: Bausteine und Varianten.

Flexibles Raster

Spalten und Abstände richten sich nach der verfügbaren Breite, statt feste Pixelmaße zu erzwingen.

Umbruchpunkte

Bildschirmbreiten, an denen das Layout umspringt, zum Beispiel von einer auf zwei Spalten. Sie orientieren sich am Inhalt, nicht an Gerätemodellen.

Bilder in mehreren Größen

Der Browser lädt die Variante, die zum Bildschirm passt. Das spart am Handy Datenmenge und Zeit.

Menü für kleine Bildschirme

Ein ausklappbares Menü oder eine feste Leiste mit den wichtigsten Zielen, mit Platz für den Daumen.

Anpassbare Schrift

Schriftgrößen in relativen Einheiten, damit Einstellungen der Besucher (große Schrift) respektiert werden.

Antippen statt Tippen

Telefonnummern, Adressen und E-Mail-Adressen als Links, die direkt Anruf, Karte oder Mailprogramm öffnen.

Mobile First in sechs Schritten

Mobile First ist keine Technik, sondern eine Arbeitsreihenfolge. Sie sorgt dafür, dass die schwierigste Situation zuerst gelöst wird: wenig Platz, ein Daumen, eine wackelige Verbindung. Danach wird die Seite für größere Bildschirme erweitert. So entsteht sie in dieser Reihenfolge.

  1. Kernaufgaben festlegen. Was muss ein Besucher unterwegs sofort erledigen können? Meist sind es zwei bis vier Dinge: anrufen, Adresse finden, Öffnungszeiten sehen, ein Angebot anfragen. Alles andere ist zweitrangig.
  2. Inhalte in eine Reihenfolge bringen. Auf dem Handy gibt es nur eine Spalte, deshalb muss die Reihenfolge stimmen. Was zuerst stehen soll, entscheidet über die Seite, noch bevor ein Pixel gestaltet ist.
  3. Handy-Entwurf gestalten. Mit Text in lesbarer Größe, ausreichend Abstand und Schaltflächen, die der Daumen trifft. Erst wenn dieser Entwurf steht, wird weitergedacht.
  4. Für Tablets und Rechner erweitern. Wo mehr Platz ist, dürfen Inhalte nebeneinander stehen, Bilder größer werden und Zusatzinformationen erscheinen. Die Reihenfolge der Kerninhalte bleibt.
  5. Bilder und Medien anpassen. Für jede Bildschirmklasse passende Dateigrößen bereitstellen, damit das Handy nicht die Rechner-Fassung laden muss.
  6. Auf echten Geräten prüfen. Verschiedene Handys, ein Tablet, Hoch- und Querformat, große Schrifteinstellung, langsame Verbindung.

Ein häufiger Einwand lautet: „Unsere Kunden sitzen am Schreibtisch.“ Das kann stimmen. Aber auch dann ist die Handy-Fassung die beste Probe für Klarheit: Was auf kleinem Bildschirm funktioniert, funktioniert großzügiger auf großem.

Die Daumenzone: wie die Bedienung am Handy wirklich abläuft

Die meisten Menschen halten das Handy mit einer Hand und tippen mit dem Daumen. Der Daumen erreicht bequem die untere Hälfte und die Seite, auf der die Hand liegt; die obere Ecke gegenüber ist schwer erreichbar. Das hat Folgen für Gestaltung.

  • Wichtige Aktionen unten oder in der Mitte. Eine feste Leiste am unteren Rand mit „Anrufen“ und „Anfragen“ ist leichter zu erreichen als ein Knopf oben rechts.
  • Tippflächen groß genug. Als Richtgröße gelten etwa 44 mal 44 Pixel; die WCAG 2.2 verlangt als Mindestmaß 24 mal 24 Pixel mit Abständen. Je größer die Fläche, desto weniger Fehltipps.
  • Abstand zwischen Links. Zwei Links dicht untereinander, ohne Abstand, führen zu falschen Klicks. Eine Zeile Luft zwischen Einträgen in Listen und Menüs genügt oft.
  • Keine Hover-Effekte als einziger Weg. Auf dem Handy gibt es kein Darüberfahren. Untermenüs, die nur beim Überfahren aufklappen, sind dort unbedienbar.
  • Gesten nicht erzwingen. Wischen, Zoomen und Ziehen sind für manche Menschen schwierig. Jede Funktion braucht eine Alternative mit einfachem Antippen.
  • Tastatur passend zur Eingabe. Für Telefonnummern erscheint das Zahlenfeld, für Mailadressen die Tastatur mit At-Zeichen. Das spart Eingabefehler.

Diese Regeln gelten auch für Menschen am Rechner mit Touchscreen und für Besucher mit motorischen Einschränkungen. Wer sie umsetzt, verbessert die Seite für alle.

Umbruchpunkte: Wann ändert sich das Layout?

Ein Umbruchpunkt ist eine Bildschirmbreite, ab der die Seite ihr Layout umstellt. Früher richtete man sich nach Gerätemodellen. Heute orientiert man sich am Inhalt: Das Layout wechselt, wenn eine Zeile zu lang oder zu eng wird, nicht, wenn ein bestimmtes Handy erscheint.

Verfügbare BreiteTypisches LayoutTypische Entscheidungen
Schmal (Handy hochkant)Eine Spalte, Menü eingeklappt, große TippflächenReihenfolge der Inhalte, welche Aktionen fest eingeblendet bleiben
Mittel (Handy quer, kleines Tablet)Zwei Spalten bei Karten und Bildern, Menü weiter eingeklapptWann Bilder nebeneinander stehen dürfen
Breit (Tablet quer, kleiner Laptop)Zwei bis drei Spalten, Menü offen oder als LeisteWann ein Seitenmenü sinnvoll ist, wie breit Texte werden
Sehr breit (großer Monitor)Inhalt in begrenzter Breite zentriert, mehr WeißraumWie verhindert man zu lange Zeilen

Wichtig ist, nicht für jedes Gerät eine eigene Fassung zu bauen, sondern wenige, gut gewählte Übergänge. Mehr Umbruchpunkte erhöhen den Prüfaufwand und die Fehleranfälligkeit.

Inhalte priorisieren: Entscheidungshilfe für jede Seite

Auf dem Handy steht alles untereinander. Deshalb muss eine Rangfolge her. Gehen Sie für jede Seite diese Fragen durch:

  1. Was braucht jemand, der nur 20 Sekunden hat? Das steht oben: Aussage, Hauptaktion, Kontakt.
  2. Was braucht jemand, der entscheiden will? Das kommt danach: Nutzen, Ablauf, Belege, Preise oder Preisfaktoren.
  3. Was braucht jemand, der alles wissen will? Das steht weiter unten oder in aufklappbaren Bereichen: Details, technische Angaben, Fragen.
  4. Was ist Zierde? Alles, was weder hilft noch belegt, verlässt die mobile Fassung. Dekorative Bilder und lange Einleitungstexte kosten Platz und Zeit.

Aufklappbare Bereiche (Akkordeons) sind ein guter Weg, Tiefe zu bieten, ohne die Seite zu überladen. Sie funktionieren am besten, wenn die Überschrift verrät, was darunter steht, und wenn die wichtigsten Inhalte nicht dahinter versteckt werden. Wer Inhalte nur in zugeklappten Bereichen versteckt, riskiert, dass sie weder gesehen noch gelesen werden.

Typische Mobilprobleme: Symptom, Ursache, Lösung

SymptomHäufige UrsacheLösung
Seite lässt sich seitlich verschiebenEin Element ist breiter als der Bildschirm (Tabelle, Bild, eingebetteter Inhalt)Elemente mit flexibler Breite, Tabellen in scrollbaren Behälter, Bilder auf Containerbreite begrenzen
Text muss gezoomt werdenFeste, zu kleine Schrift oder fehlende Ansichtsangabe im SeitenkopfAnsichts-Metaangabe setzen, Schrift in relativen Einheiten, Mindestgröße prüfen
Falscher Link wird getroffenZu kleine Flächen, zu wenig AbstandGrößere Flächen, Abstände, Zeilenhöhe erhöhen
Menü lässt sich nicht öffnenSkriptfehler, überdeckte Schaltfläche, Hover-AbhängigkeitMenü ohne Hover bedienbar, Test auf mehreren Geräten
Seite springt beim LadenBilder und Banner ohne reservierten PlatzHöhe und Breite im Voraus angeben
Karte oder Video sprengt das LayoutFeste EinbettungsgrößeVerhältnis angeben, Breite flexibel halten
Formular lässt sich schwer ausfüllenFelder zu schmal, falsche Tastatur, Fokus springtVolle Breite, passende Feldtypen, deutliche Beschriftung
Telefonnummer nicht anrufbarNur als Text ohne VerknüpfungAls Telefon-Link hinterlegen

Szenario: Café (fiktives Beispiel)

Ein kleines Café (frei erfunden) hat eine Website mit hübschen Fotos, einer langen Geschichte der Gründer und einer Speisekarte als PDF. Wer am Handy nach Öffnungszeiten sucht, sieht ein Vollbild-Foto, scrollt an drei Absätzen Geschichte vorbei und findet die Zeiten im PDF der Speisekarte. Der Anruf geht an dieser Stelle verloren.

Mobiler Neuentwurf

  • Oben: Name, ein Satz zur Lage („Kaffeerösterei und Frühstück, Innenstadt“), darunter die heutigen Öffnungszeiten, automatisch nach Wochentag hervorgehoben.
  • Direkt darunter zwei Schaltflächen: „Route öffnen“ (Link zur Karten-App des Geräts) und „Anrufen“.
  • Die Speisekarte als Text mit Zwischenüberschriften (Frühstück, Kaffee, Kuchen), nicht als PDF. Preise sind durchsuchbar und lesbar ohne Zoomen.
  • Die Geschichte der Gründer bleibt, rückt aber an das Ende der Startseite.
  • Fotos in passender Größe, das erste als Blickfang, die übrigen nachgeladen.

Der Aufbau ist am Rechner nicht schlechter: Dort stehen Öffnungszeiten und Karte nebeneinander, die Speisekarte in zwei Spalten. Der Neuentwurf zeigt, wie Mobile First auch die Rechner-Fassung verbessert, weil die Prioritäten geklärt sind.

Selbsttest: Ihre Seite am Handy in zehn Minuten prüfen

  1. Öffnen Sie die Seite auf Ihrem Handy im mobilen Netz (nicht im WLAN) und messen Sie ungefähr, wie lange es dauert, bis Sie den Text lesen können.
  2. Drehen Sie das Gerät ins Querformat und zurück. Bleibt das Layout intakt?
  3. Stellen Sie in den Geräteeinstellungen die Schriftgröße auf „groß“. Werden Texte abgeschnitten, überlagern sich Elemente?
  4. Tippen Sie nacheinander auf jeden Menüpunkt, jede Schaltfläche, jede Telefonnummer. Trifft der Daumen jedes Mal das richtige Ziel?
  5. Füllen Sie das Kontaktformular aus, ohne zu zoomen. Sind alle Felder sichtbar, ist die Tastatur passend, bestätigt die Seite den Versand?
  6. Öffnen Sie eine Seite mit Tabelle oder Karte. Lässt sich der Inhalt ohne seitliches Verschieben der ganzen Seite nutzen?
  7. Bitten Sie eine zweite Person mit einem anderen Handy, dieselben Schritte zu machen und zu erzählen, wo sie hängen bleibt.

Kostenlose Werkzeuge der Browser („Geräteansicht“ in den Entwicklerwerkzeugen) simulieren Größen, ersetzen aber nicht den Test am Gerät. Für eine tiefere Analyse bietet die Mobile-First-Indexierung einen guten Einstieg in die Suchmaschinen-Seite.

Mythos gegen Fakt: Irrtümer über mobile Websites

MythosFakt
Eine App ist besser als eine mobile WebsiteFür die meisten Unternehmen ist eine gute mobile Website völlig ausreichend. Eine App lohnt sich erst, wenn Funktionen des Geräts oder tägliche Nutzung nötig sind, und sie verlangt Entwicklung, Pflege und Einträge in den App-Stores
Auf dem Handy muss alles weg, was am Rechner stehtNicht alles kommt in die erste Ansicht, aber nichts Wichtiges darf fehlen. Inhalte, die nur am Rechner existieren, zählen für Google gar nicht mehr gleichwertig
Ein Pop-up ist am Handy kein ProblemPop-ups, die den Inhalt verdecken, sind dort besonders störend und können zu Abwertungen führen, wenn sie den Zugriff auf Inhalte behindern
Mit dem Browser-Fenster verkleinern teste ich mobilDas zeigt grobe Darstellung, aber weder Touch-Bedienung noch Geschwindigkeit noch Eigenheiten echter Browser
Ein Seitenaufbau für alle Geräte gleich ist FaulheitGleiche Inhalte, anders angeordnet: Das ist das Prinzip. Faul wäre es, die Rechner-Fassung unverändert zu verkleinern
Mobile Nutzer wollen nur kurze TexteSie wollen schnelle Antworten. Wer Tiefe sucht, liest auch am Handy lange Seiten, wenn sie gut gegliedert sind

Bilder und Medien mobil: weniger Daten, gleiche Wirkung

Auf mobilen Verbindungen sind Bilder der größte Posten. Ein Foto in der Größe eines Rechner-Monitors auf einem Handy anzuzeigen, verbraucht Datenvolumen und Zeit, ohne dass jemand einen Unterschied sieht. Responsive Bilder lösen das, indem mehrere Varianten bereitstehen, aus denen der Browser die passende wählt.

Größenvarianten: Für jedes Bild werden mehrere Breiten erzeugt, etwa eine kleine für das Handy, eine mittlere für das Tablet und eine große für den Rechner. Im Seitencode steht, welche bei welcher Breite zu verwenden ist.

Moderne Formate: Formate wie WebP oder AVIF erreichen bei gleicher Qualität deutlich kleinere Dateien als klassische JPEG-Bilder. Für ältere Browser kann eine klassische Fassung als Rückfall hinterlegt werden.

Bildausschnitt: Ein breites Panorama wirkt auf dem Handy winzig. Mit einem eigenen Ausschnitt für kleine Bildschirme (die „Art Direction“) bleibt das Motiv erkennbar, statt zu verschwinden.

Video: Automatisch startende Videos im Hintergrund verbrauchen Daten und Akku und sind auf mobilen Verbindungen meist unerwünscht. Besser ist ein Vorschaubild, das erst nach Antippen das Video lädt.

Karten, Chats und Einbettungen: Jede Einbettung zieht Skripte nach. Am Handy sollten sie erst nach Antippen geladen werden. Das schützt die Ladezeit und, nebenbei, den Datenschutz.

Weitere Hinweise zur Optimierung finden Sie unter Bildsprache und Fotos.

Mobil bedienen: Formulare, Tabellen und Karten

Formulare

Setzen Sie auf eine Spalte, volle Breite und sichtbare Beschriftungen. Nutzen Sie die passenden Feldtypen, damit das Handy die richtige Tastatur zeigt: Zahlenblock für Telefon, Mailtastatur für Adressen, Datumsauswahl für Termine. Automatisches Ausfüllen des Browsers für Name und Adresse spart Eingaben und senkt Fehler, solange die Felder richtig ausgezeichnet sind.

Tabellen

Breite Tabellen passen nicht auf ein Handy. Drei Wege helfen: Die Tabelle wird horizontal scrollbar gemacht (mit sichtbarem Hinweis, dass es mehr gibt), die Zeilen werden zu Karten umgebaut (jede Zeile ein Block mit Beschriftungen) oder die Tabelle wird auf die wichtigsten Spalten reduziert. Welcher Weg passt, hängt davon ab, ob Besucher Zeilen vergleichen oder einzelne Einträge nachschlagen wollen.

Karten und Anfahrt

Eine eingebettete Karte ist am Handy oft mehr Hindernis als Hilfe, weil Wischen die Karte statt die Seite bewegt. Besser sind eine klare Adresse als Text, ein Link „Route öffnen“, der die Karten-App des Geräts startet, und gegebenenfalls ein statisches Bild der Umgebung.

Dokumente

PDF-Dateien sind am Handy mühsam: Sie öffnen sich in einem eigenen Betrachter, lassen sich schwer lesen und sind für Suchmaschinen schlechter nutzbar. Wichtige Inhalte wie Preise, Speisekarten oder Leistungsbeschreibungen gehören als Text auf die Seite, das PDF kann zusätzlich zum Herunterladen bereitliegen.

Zwei Fallbeispiele zum Entscheiden (fiktiv)

Fall 1: Handwerksbetrieb mit Notdienst

Die Besucher kommen fast ausschließlich über das Handy und haben Zeitdruck. Die erste Ansicht zeigt Notdienst-Nummer als Schaltfläche, Einsatzgebiet in einem Satz und ein Foto des Fahrzeugs. Preise und Leistungen folgen darunter. Auf dem Rechner steht dieselbe Reihenfolge, ergänzt um ein Formular rechts.

Entscheidung: Die Notdienst-Schaltfläche bleibt beim Scrollen fest am unteren Rand sichtbar.

Fall 2: Beratungsunternehmen mit langen Leistungsseiten

Die Besucher lesen am Rechner und am Handy ausführlich. Hier hilft ein Inhaltsverzeichnis am Seitenanfang, das auf dem Handy als Aufklapp-Liste erscheint und auf dem Rechner als Seitenleiste mitläuft. Lange Absätze werden durch Zwischenüberschriften gegliedert, Tabellen bleiben, aber mit Scroll-Hinweis.

Entscheidung: Nichts wird verkürzt, nur besser auffindbar gemacht.

Die beiden Fälle zeigen: Mobile Anpassung heißt nicht, immer zu kürzen. Sie heißt, die Nutzungssituation zu verstehen und die Reihenfolge danach zu richten.

Abnahme vor dem Start: die Geräte-Matrix

Vor dem Livegang einer Seite sollte jemand systematisch durch die wichtigsten Kombinationen aus Gerät, Browser und Ausrichtung gehen. Es müssen nicht hundert Geräte sein; eine überlegte Auswahl deckt den größten Teil der Probleme auf. Die Tabelle zeigt ein Beispiel für eine Prüfliste, die Sie an Ihre Besucherzahlen anpassen.

PrüfpunktKleines HandyGroßes HandyTabletLaptop
Menü öffnen und schließenJa / NeinJa / NeinJa / NeinJa / Nein
Hauptaktion sichtbar ohne ScrollenJa / NeinJa / NeinJa / NeinJa / Nein
Formular absenden, Bestätigung erscheintJa / NeinJa / NeinJa / NeinJa / Nein
Hochformat und Querformat ohne LayoutbruchJa / NeinJa / NeinJa / Neinnicht nötig
Text ohne Zoomen lesbar, auch mit großer SchriftJa / NeinJa / NeinJa / NeinJa / Nein
Telefon- und Mail-Links funktionierenJa / NeinJa / NeinJa / Neinnicht nötig

Wählen Sie mindestens einen Browser auf Apple-Geräten und einen auf Android-Geräten, dazu Chrome oder Edge und Firefox am Rechner. Die Browser unterscheiden sich bei Formularen, Videos und Schriftdarstellung in Kleinigkeiten, die in Summe ärgern können. Tragen Sie Funde mit Gerät, Browser-Version und Screenshot in eine Liste ein, damit sie nachvollziehbar behoben werden.

Nach dem Start: Änderungen immer mobil gegenprüfen

Eine Seite, die zum Start sauber war, kann durch spätere Änderungen schlechter werden: ein neues Banner, ein längeres Menü, ein Foto in Originalgröße, ein zusätzliches Plug-in. Die Gewohnheit, jede Änderung zuerst auf dem Handy anzusehen, verhindert die meisten Rückschritte.

Vor jeder Änderung: Frage, was auf dem Handy passiert. Ein längerer Menütext, der am Rechner Platz hat, kann am Handy umbrechen und das Layout verschieben.

Nach jeder Änderung: Öffnen Sie die betroffene Seite einmal am Handy, im Hoch- und Querformat. Das dauert zwei Minuten.

Regelmäßig: Gehen Sie einmal im Quartal die Selbsttest-Schritte durch und prüfen Sie in den Auswertungen, ob der Anteil mobiler Besucher sich verschoben hat. Verschiebt sich die Nutzung, kann das ein Anlass sein, Prioritäten zu überdenken.

Bei Systemen mit Updates: Nach Updates von Theme oder Erweiterungen sollten mobile Darstellung und Formulare erneut geprüft werden. Details zu Pflegeplänen stehen unter Website-Wartung.

Mobile Nutzung auswerten: Anrufe und Wege sichtbar machen

Wer wissen will, ob die mobile Seite ihre Aufgabe erfüllt, sollte nicht nur Seitenaufrufe zählen, sondern Handlungen. Bei vielen lokalen Unternehmen ist der Anruf die wichtigste mobile Handlung. Sie lässt sich auf einfache Weise festhalten: Ein Telefon-Link kann ein Ereignis auslösen, das in einer datenschutzfreundlichen Statistik als „Anruf angetippt“ erscheint. Ähnliches gilt für „Route öffnen“ und für das Absenden des Formulars.

Vergleichen Sie danach die Wege von Handy und Rechner. Zeigt sich, dass am Handy viele die Kontaktseite erreichen, aber kaum jemand absendet, liegt das Problem im Formular. Kommen mobil auffällig wenige zur Kontaktseite, ist die Menüführung zu prüfen. Das Zusammenspiel mit Auswertung und Datenschutz ist unter Datenschutz auf Websites beschrieben.

Wichtig: Messen Sie über mehrere Wochen und vergleichen Sie gleiche Zeiträume. Gerade bei kleinen Seiten bewegen sich Zahlen in einem Bereich, in dem Zufall eine große Rolle spielt. Aus einer Handvoll Besuchen Schlüsse zu ziehen, führt in die Irre.

Begriffe rund um mobiles Webdesign

Responsive Design
Eine Gestaltung, die sich flexibel an die Bildschirmgröße anpasst, mit einer einzigen Website für alle Geräte.
Mobile First
Arbeitsweise, bei der die Handy-Ansicht zuerst entworfen und danach erweitert wird.
Viewport
Der sichtbare Bereich einer Seite im Browser. Eine Meta-Angabe im Seitenkopf teilt dem Handy mit, wie breit er sein soll.
Breakpoint (Umbruchpunkt)
Bildschirmbreite, ab der sich das Layout ändert.
Touch-Target
Die Fläche, die ein Finger antippen kann, etwa eine Schaltfläche. Größe und Abstand entscheiden über die Treffsicherheit.
Lazy Loading
Bilder und Medien werden erst geladen, wenn sie in den sichtbaren Bereich kommen.
srcset
Angabe im Bild-Element, die dem Browser mehrere Dateivarianten zur Auswahl anbietet.
Progressive Web App
Eine Website, die sich wie eine App verhalten kann, etwa mit Symbol auf dem Startbildschirm. Für viele Unternehmensseiten nicht nötig.
Unsere Arbeit

Mobile Websites: Was wir für Sie tun.

Mobile Entwürfe zuerst

Wir gestalten die Handy-Ansicht als Ausgangspunkt und erweitern sie für Tablet und Rechner, nicht umgekehrt.

Inhalte priorisieren

Was braucht jemand unterwegs zuerst? Das steht oben. Nebensächliches rutscht nach unten oder wird eingeklappt.

Bedienung für Daumen

Tippflächen in ausreichender Größe, Abstände zwischen Links, Menü, das mit einer Hand erreichbar ist.

Bilder und Schriften anpassen

Bilder in passenden Größen für jedes Gerät, Schrift, die ohne Zoomen lesbar ist.

Test auf echten Geräten

Wir prüfen auf verschiedenen Handys und Tablets, nicht nur im verkleinerten Browserfenster.

Qualität

Mobile Websites: Woran Sie gute Arbeit erkennen.

  • Es gibt kein seitliches Scrollen auf dem Handy
  • Der Text ist ohne Zoomen lesbar
  • Links und Schaltflächen lassen sich zuverlässig mit dem Daumen treffen
  • Telefonnummer und Adresse sind per Antippen nutzbar
  • Bilder sind für kleine Bildschirme in passender Größe hinterlegt
  • Das Menü funktioniert mit einer Hand
  • Tabellen und Formulare sind mobil bedienbar
  • Querformat und größere Schrifteinstellung brechen das Layout nicht
Kosten

Mobile Websites: Was es kostet.

Mobile-First ist kein Zusatzmodul, sondern die Art, wie ein modernes Projekt von Anfang an aufgesetzt wird. Nachträglich ist der Aufwand höher: Eine bestehende Seite ohne mobile Fassung muss im Kern neu gedacht werden, nicht nur nachgebessert.

Die Rechnung dazu: So kalkulieren wir.

Das bestimmt den Preis

  • Zustand der bestehenden Seite (anpassbar oder nicht)
  • Zahl der Seitentypen und Sonderfunktionen
  • Komplexität von Tabellen, Karten und Formularen
  • Umfang der Geräte- und Browsertests

Das können Sie vorbereiten

  • Auswertungen zu Gerätearten, falls vorhanden
  • Die drei Dinge, die ein Besucher unterwegs sofort finden soll
  • Ihr eigenes Handy-Modell und das Ihrer Mitarbeiter für Tests
  • Beispiele für mobile Seiten, die Sie als gelungen empfinden
Stolpersteine

Mobile Websites: Häufige Fehler.

  • Menü, das auf dem Handy ein Dutzend Punkte untereinander zeigt
  • Links und Schaltflächen so dicht beieinander, dass man danebentippt
  • Tabellen und Bilder, die über den Bildschirmrand hinausragen
  • Telefonnummer als Bild oder Text ohne Antipp-Verknüpfung
  • ein Pop-up, das auf dem kleinen Bildschirm nicht zu schließen ist
Häufige Fragen

Fragen zu Mobile Websites.

Wie viele meiner Besucher kommen mit dem Handy?

Das unterscheidet sich je nach Branche stark. Ihre eigene Auswertung zeigt es am zuverlässigsten, zum Beispiel über ein datenschutzfreundliches Statistikwerkzeug oder die Google Search Console. Wir schauen es uns bei Ihrer Seite konkret an.

Reicht es, wenn die Seite auf meinem Handy gut aussieht?

Nein, Handys unterscheiden sich in Größe, Browser und Einstellungen. Deshalb prüfen wir auf mehreren Geräten und mit größerer Schrifteinstellung.

Ist eine eigene mobile Seite (m.) besser?

In der Regel nicht. Zwei Fassungen bedeuten doppelte Pflege und Reibungsverluste bei der Auffindbarkeit. Eine responsive Seite mit einer Adresse ist einfacher und robuster.

Funktioniert das auch bei meinem Shop?

Ja, bei Shops ist der mobile Bestellweg besonders wichtig. Mehr dazu auf der Seite Online-Shops.

Wie hängt das mit der Ladezeit zusammen?

Eng. Mobile Verbindungen schwanken, und große Bilder bremsen am stärksten. Deshalb gehört das Thema Seitengeschwindigkeit immer dazu.

Wie prüfe ich, ob Google meine mobile Seite richtig sieht?

In der Google Search Console zeigt die URL-Prüfung, wie Google eine Seite abruft und darstellt. Fehlende Inhalte, blockierte Dateien oder abweichende Texte fallen dort auf. Eine Anleitung zur Einrichtung finden Sie im Beitrag Search Console einrichten.

Soll ich ein Hamburger-Menü verwenden?

Es ist der Standard für kleine Bildschirme und die meisten Menschen kennen es. Versehen Sie es mit einer Beschriftung („Menü“), nicht nur mit dem Symbol, und lassen Sie die wichtigste Aktion (Anrufen, Anfragen) außerhalb des Menüs sichtbar.

Was kostet es, eine bestehende Seite mobil nutzbar zu machen?

Das hängt davon ab, wie sie gebaut ist. Manche Vorlagen lassen sich mit überschaubarem Aufwand anpassen, andere sind so festgelegt, dass ein Neubau sinnvoller ist. Nach einer Sichtung nennen wir den Rahmen im Angebot.

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